Zum Hauptinhalt springen

Stausee Niederried: Anpassung Stauregime

Die seit den 1960er Jahren geltenden Konzessionen der Wasserkraftwerke Kallnach sowie Niederried-Radelfingen legten die einzuhaltenden Stauhöhen des Stausees Niederried fest. Die Pegelabsenkung um 80 cm während den Sommermonaten gewährleistete eine ertragsorientierte Landwirtschaft in der Oltigenmatt, entsprach jedoch nicht einer natürlichen Wasserführung in diesem Auengebiet von nationaler Bedeutung. Im Zuge der Zertifizierung mit dem Ökostrom-Label naturemade star für Wasserkraftwerke wurde die Überprüfung dieses Stauregimes verlangt.
Im Rahmen dieser Studie wurden die Auswirkungen eines Höherstaus in den Sommermonaten auf die Nutzung und Infrastrukturanlagen im Gebiet sowie auf die Lebensräume (Flachmoore, Auen, aquatischer Lebensraum) und Artengruppen (insbesondere Fische, Amphibien, Wasservögel) abgeschätzt. Das gesamte von den Veränderungen betroffene Gebiet befindet sich innerhalb des kantonalen Naturschutzgebiets Niederried-Oltigenmatt. Aus ökologischen Überlegungen wurde ein Stauregime vorgeschlagen und eingeführt, welches die höhere Winterkote im Sommer beibehält, jedoch eine herbstliche Absenkung beinhaltet. Da mit dieser Anpassung keine ackerbauliche Nutzung der Oltigenmatt mehr möglich war, wurde durch den Pächter mit Unterstützung der Abteilung Naturförderung ein Weideregime mit Schottischen Hochlandrindern eingeführt.
Die ersten Auswirkungen der im Jahr 2010 derart vollzogenen Anpassung wurden in den Folgejahren erhoben. Hinsichtlich der ökologischen Zielsetzungen und der naturräumlichen Entwicklung wurde ein durchwegs positives Fazit gezogen. Insbesondere für den Laubfrosch und für seltene Brutvogelarten der Röhrichte wurde eine starke Verbesserung des Lebensraumangebots festgestellt. Positive Erstentwicklungen waren ebenfalls bezüglich Feuchtgebietsvegetation in der Oltigenmatt wie auch im Auenwald auf der Insel zu beobachten.

Ort

Gemeinden Kallnach (Golaten, Niederried) und Radelfingen

Koordinaten

2'585'000 / 1'205’000

Auftraggeber

BKW Energie AG

Projektpartner

WFN - Wasser Fisch Natur AG, Bern
Mosimann & Strebel, Ins

Zeitraum

2007-2014

Leistungen Alnus

  • Felderhebungen und Dokumentation Ausgangszustand
  • Abschätzung der Staualterung (Verlandungsprozess)
  • Abschätzung der Auswirkungen eines Höherstaus auf die Vegetation
  • Vorschlag Stauregimeanpassung
  • Wirkungskontrolle